Berechnungsannahmen zum AK-Rentenversicherungsrechner

Was ist eine Rentenversicherung?

Rentenversicherungen sind eine Sonderform der kapitalbildenden Lebensversicherung. Der AK-Rentenversicherungsrechner bildet Tarife von Rentenversicherungen ab, die als Leistung eine lebenslange Rentenzahlung vorsehen. Bei der Rente ist zu unterscheiden zwischen a) der vertraglich garantierten Rente (Garantierente) sowie b) der Rente inklusive Gewinnbeteiligung, die auf unverbindlichen Annahmen zur Gesamtverzinsung basiert. Die Garantierente liegt zum Teil erheblich unter der Höhe der prognostizierten Rente inklusive Gewinnbeteiligung. Das liegt daran, dass der Garantiezinssatz (0 %) erheblich niedriger ist als die angenommene Gesamtverzinsung (2,5 %) – dieser Gesamtzins ist jedoch unverbindlich und kein vertraglich fix vereinbarter Bestandteil.

Die Rentenversicherung hat vor allem das versicherungstechnische Langlebigkeitsrisiko der versicherten Person zu kalkulieren, denn die Leistung der Versicherung besteht in der Bezahlung einer Rente über einen bestimmten Zeitraum (zB lebenslang oder über einen vereinbarten Garantiezeitraum). Daher sind Sterbetafeln ein wichtiger Bestandteil der Kalkulation. Sonstige wichtige Faktoren der Tarifkalkulation sind Kosten sowie die Annahmen zur Verzinsung der angelegten Prämie (Sparanteil der Prämie).

Geschäftsplan für die Rentenversicherung

Die Berechnungsergebnisse dieses Rentenverssicherungsrechners basieren auf einem Muster-Geschäftsplan. Was ist ein Geschäftsplan? Dieser enthält die versicherungsmathematischen Berechnungsgrundlagen für einen Versicherungsvertrag, mit denen die Leistung des Versicherers und die Gegenleistung des Versicherungsnehmers (Versicherungsprämie) zu berechnen sind. Die Details zu dem Geschäftsplan sind dem „Download Geschäftsplan“ zu entnehmen.

Diesem Geschäftsplan liegen folgende Annahmen zugrunde:

  • Da es bei der Rentenversicherung um das Risiko der Langlebigkeit geht, ist ein wichtiger Bestandteil die Verwendung von Sterbetafeln. Sterbetafeln sind Tabellen, die zeigen mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Person eines bestimmten Alters vor Erreichen ihres nächsten Geburtstages voraussichtlich sterben wird. Sie bilden ab, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein bestimmtes Alter erreicht wird. In diesem Geschäftsplan wird die Sterbetafel AVÖ 2005 R Unisex verwendet. Informationen zur Sterbetafel sind auf der Homepage der Aktuarvereinigung Österreichs (AVÖ) zugänglich.
  • Die Berechnungen für die vertraglich garantierten Leistungen basieren auf einem Rechnungszinssatz (Garantiezins) von 0% in der klassischen Lebensversicherung. Eine von der AK Wien beauftragte Untersuchung über private Rentenversicherungen (Oktober/November 2016) hat ergeben, dass vier von sieben österreichischen Versicherungsunternehmen (VU) schon mit einem Rechnungszins von 0% kalkulieren. Eine aktualisierte Markterhebung vom Februar 2018 hat diese Annahme eines 0%-igen Rechnungszinssatzes bestätigt.
  • Die Berechnungen für die voraussichtlichen Leistungen inklusive Gewinnbeteiligung basieren auf einer angenommenen Gesamtverzinsung von 2,5 %. Dieser Wert leitet sich aus dem rechnerischen Median ab, der sich aus der AK Wien Erhebung vom Februar 2018 ergeben hat.
  • Es gibt die Möglichkeit, dass die Berechnungen mit einer Indexklausel durchgeführt werden. Das bedeutet in diesem Fall, dass die gewählte Prämienhöhe jährlich um 2 % erhöht wird (Indexklausel mit 2 %). Zum Beispiel: Bei einer Ausgangsprämie von 100 Euro (pro Monat), beträgt die Prämie im zweiten Jahr 102 Euro (also + 2%). Im Fall einer indexierten Prämie ist die Anfangsrente höher als bei einer Prämienzahlung ohne Indexierung.
  • Die Gewinnbeteiligung bewirkt, dass die Rente inklusive Gewinnbeteiligung jährlich erhöht wird. Den Berechnungen dieses Geschäftsplanes liegt eine jährliche Erhöhung der Rente inklusive Gewinnbeteiligung von 2,025 % zugrunde. Zum Beispiel: Bei einer anfänglichen Rente (inklusive Gewinnbeteiligung ) von 100 Euro, beträgt die Prämie im zweiten Jahr 102,025 Euro (gerundet: 102,03 Euro).

Die drei Berechnungsvarianten auf Basis unterschiedlicher Kostenannahmen

Der AK-Rentenversicherungsrechner bietet 3 verschiedene Berechnungsvarianten an, die auf unterschiedlichen Kostenannahmen basieren: niedrige, repräsentative (mittlere) sowie höhere Kosten. Das bedeutet, dass der Rechner vorführt, wie sich von Versicherern unterschiedlich hohe Kosten auf die Höhe der Leistung auswirken können.

Es gibt zwei Variationen zu diesem Geschäftsplan, die sich aus alternierenden Kostenannahmen (niedrig – mittel – hoch) ergeben:

Kostenart Kostensätze / Wertannahmen
niedrig mittel hoch
Einmalige Abschlusskosten der Bruttoprämiensumme 3 % 5 % 6 %
Inkassokosten der Bruttoprämie bei laufender Prämienzahlung. 0 % bei Einmalerlag 2,5 % 3 % 4 %
Verwaltungskosten während des Aufschubs (des garantierten Rentenkapitals bei laufender Prämienzahlung. 0,1 % des garantierten Rentenkapitals bei Einmalerlag) 0,02 %0,04 % 0,05 %
Verwaltungskosten während der Rentenzahlungsphase1 % der Rentenzahlungen
Unterjährigkeitszuschläge der Bruttoprämie bei monatlicher Prämienzahlung0 % 2 % 3 %

Der AK-Rentenversicherungs-Rechner berechnet a. die vertraglich garantierten lebenslangen Renten und b. die prognostizierten Renten inklusive Gewinnbeteiligung (unverbindlich, vertraglich nicht fixiert!). Im Berechnungsergebnis ist auch die Effektivverzinsung angegeben, die aussagt, wie sich die Prämienzahlungen im Verhältnis zu den bezogenen Rentenzahlungen verzinsen – unter der Annahme, dass der (die) Versicherungsnehmer(in) (bzw. RentenbezieherIn) ein bestimmtes Lebensalter erreicht. Dieses im Rechner angenommene Lebensalter orientiert sich sowohl an den Statistiken der Statistik Austria als auch den Sterbetafeln, die die Versicherungsunternehmen verwenden.